Wirklichkeit sehen: Zwischen Echo und Antwort
Meine Arbeit ist der Versuch, die Komplexität unserer Welt nicht zu beschreiben, sondern sie sichtbar zu machen.
Vom Impuls zur Form: jede Arbeit beginnt mit einem „Echo“ – einer Nachricht, einem gesellschaftlichen Ereignis, etwas, das bleibt und nach einer Haltung verlangt. Doch Kunst beginnt für mich erst dort, wo die reine Information endet. Ich übersetze Fakten in ein abstraktes Alphabet aus Licht, Raum und Struktur.
Die Sprache der Farben: anstatt klassische Symbole oder Chifren zu nutzen, vertraue ich der reinen Kraft der Farbe.
Die Hauptdarsteller: das Herzstück sind die Farbakkorde. Sie tragen die Erzählung ohne Worte. Wenn die Farben „stimmen“, geben sie die Richtung vor und lassen eine nonverbale Geschichte entstehen. Sie führen die Regie und schaffen eine Atmosphäre, die ohne Worte auskommt.
Der Betrachter im Dialog: ich verstehe meine Objekte als Hohlspiegel. Sie fangen eine Idee ein, werfen sie aber so zurück, dass Raum für den Betrachter entsteht.
Ein Werk ist für mich dann gelungen, wenn: die Farbe beginnt, für sich selbst zu sprechen.
Ein Dialog zwischen dem Werk und dem Gegenüber entsteht.
Die Arbeit keine fertigen Urteile vorgibt, sondern durch ihre sinnliche Präsenz viele offene Antworten ermöglicht.
Mit Rainer Spieler, Direktor des Sprengel Museums Hannover, unterhielt ich mich über mein Projekt "waves.over.us" und die Philosophie meiner Kunst (2018).
Seeing reality: between echo and response
My work is an attempt not to describe the complexity of our world, but to make it visible.
From impulse to form: every work begins with an "echo" – a message, a social event, something that lingers and demands a response. But for me, art only begins where pure information ends. I translate facts into an abstract alphabet of light, space and structure.
The language of colours: instead of using classical symbols or ciphers, I trust in the pure power of colour.
The main characters: colour chords are at the heart of my work. They carry the narrative without words. When the colours are "right", they set the direction and allow a non-verbal story to emerge. They direct the action and create an atmosphere that needs no words.
The viewer in dialogue: I see my objects as concave mirrors. They capture an idea, but reflect it back in such a way that space is created for the viewer.
For me, a work is successful when: the colour begins to speak for itself. A dialogue arises between the work and the viewer. The work does not impose ready-made judgements, but allows for many open answers through its sensual presence.
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